| BOCHUM TOTAL 2009 |
Schräges Kontrastprogramm zum Finale.Der traditionelle Familientag zum Festivalabschluss spülte Kind und Kegel in die Bochumer Innenstadt und natürlich all jene, denen am vierten Tag immer noch nicht die Puste ausgegangen ist. Ganz groß: Boppin' B., Luxuslärm und Mambo Kurt. Kaffee und Kuchen werden am Bochum Total-Sonntag stets gegen ein Bierchen getauscht und so war es schon um 16 Uhr rappelvoll am Dreiecks-Zipfel, wo die Bochumer Band Frida mit ihrer zuckersüßen Sängerin Alina das Motto des Auftritts erklärt: "Erst fühlen, dann feiern". Mit sanften Songs z. B. vom miteinander schlafen oder Mittanz-Nummern kommt man bei schönstem Wetter schon wieder mächtig ins Schwitzen. Besonders stolz sind Frida darauf, dass Bosse, der bereits am Donnerstag gespielt hatte, ihren Auftritt angekündigt hatte und so gab's den Gegengruß und viele wunderschöne Melodien mit intelligent-berührenden Texten. Bei One Fine Day auf der 1Live-Bühne geht es kurze Zeit später weit aus härter zur Sache, doch auch Marten Pulmer & Co. sind auf Schmusekurs mit dem Publikum. "Könnt ihr noch oder habt ihr in den letzten Tagen zu heftig gefeiert?" Die jungen Gäste vor der Bühne antworten den Hamburgern postwendend und so putscht man sich gegenseitig auf. Highlight hier: die Songs "Miracle" und "Emily" sowie die Loveboat-Aktion, bei der eine Besucherin in einem großen blauen Schwimmreifen und ausgerüstet mit einer mächtigen Wasserpumpgun zum Crowdsurfen geschickt wird. Auch dem Element Wasser verbunden, nämlich dem Rhein-Herne-Kanal, berichtet Helmut Sanftenschneider währenddessen beim Wortschatz "Ich wohne gerne … in Herne" und findet in seinem kritischen Blick auf seine Wahlheimat schon arg viele Worte, die sich auf Herne reimen. Von so viel Ruhrgebietspoesie getragen, ist der nächste Höhepunkt sicherlich der Auftritt von Boppin' B., die schon beinahe zu den Bochum Total-Veteranen zählen und so wieder Heerscharen von Fans anlocken. Der pure Rock'n'Roll-Sound, immer serviert mit einem Augenzwinkern, treibt bei den Unterfranken nach wie vor seltsame Blüten, die Fans lieben die Coverstücke wie Sashas "If You Believe" oder "King Of The Bongo" von Manu Chao, aber auch der Knaller "Schneißkapelle" ist auch 2009 der absolute Hit. In Sachen Coversongs unübertroffener Profi und Bochum Total-Inventar Mambo Kurt zeigt den Fans der Heimorgel zur besten Finalzeit, was eine Zeitreise durch die Musikgeschichte ist. Zum Auftakt spielt er, übrigens mit dem Rücken zum Publikum, "Maria (I Like It Loud)", sorgt damit für wilde Raserei und lautes Mitgrölen, und erklärt wissentlich, dass dieser Song von Scooter auch nur ein Cover sei und zwar von Marshall Masters feat. The Ultimate MC. Es folgen die Orgelhits "Smells Like Teen Spirit", "Killing In The Name" von Rage Against The Machine und "Reign In Blood" von Slayer – die erste Reihe mosht gnadenlos mit. Dann Musiklektion Teil 2: Um den jungen Leuten zu beweisen, dass die Heimorgel das letzte elektronische Instrument ist, das sich lohnt zu spielen und zu hören, holt Mambo Kurt ein 82er Umhängepiano hervor, setzt die weiße Sonnenbrille auf und rockt "Allein Allein" von Polarkreis 18. Danach ist die erste Generation der Musikcomputer dran, doch auch der C64, übrigens der C62 zwo, kann der Heimorgel nicht das Wasser reichen, was der Orgelgott mit dem Elektropunk-Knaller "Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)" von Deichkind beweist. Da singt der gesamte Konrad-Adenauer-Platz aus voller Kehle mit, einzelne Gäste werden zum Solo gezwungen. "Schmeiß die Möbel aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum Dancen" gilt gleichfalls für Mambo Kurts Stagedive und auch für Michael Jacksons "Beat It" ("Solange der noch nicht unter der Erde ist!") und das folgende Lied, das härter ist als Rammstein, AC/DC und Guns'n'Roses zusammen und alle tätowierten und gepiercten Leute in die Knie zwingt: Dr. Albans "Sing Halleluja". Letzter Song bei Mambo Kurt ist traditionell der rotzig gespielte Samstagabendshowschlager "Musik ist Trumph", wozu wieder eine zünftige Polonaise durch die Besuchermenge hüpfte. Hier der Bochumer Gott der Heimorgel, dort der aufgehende Stern am deutschen Pop-Rock-Himmel Luxuslärm: Der Hit "1000 km bis zum Meer" sorgt dafür, dass vor der 1Live-Bühne beinahe kein Durchkommen ist und sich die Fans um die besten Plätze drängeln. Mitklatsch- und rockige Nummern wie "Abschied" oder "Was ist mit mir" sorgen für wildes Tanzen und Gekreische, die ruhigeren Stücke wie "Unsterblich" entpuppen sich keineswegs als reine Schmusesongs, denn auch diese getragenen Songs präsentieren Janine, Henrik, David, Eugen und Jan mit einer deftigen Portion Action. Und so bleibt auch hier nicht verschont, Mitmachen ist hier wiederum die Devise. Eine gute Stunde spielen die Iserlohner ihr grundsolides Programm, begeistern Teenies wie erwachsene Festivalbesucher. Den Abschluss am Festivalsonntag machen dann noch Pamela Falcon, die wieder ihren Status als Bochums Rocklady Number One manifestiert, die US-Hardrocker Black Stone Cherry und natürlich Dúné, die im letzten Jahr noch im Nachmittagsprogramm um Aufmerksamkeit kämpften, in diesem Jahr eines der Highlight ist. Gegen 22 Uhr verklingen die Instrumente auf den Bühnen, Bochum Total 2009 ist gelaufen. Jetzt wird's gemütlich: Hunger und nach dem ganzen Mitsingen und Jubeln vor allem Durst treibt die Festivalgäste an die Futter- und Getränkestände, in die Kneipen und Restaurants. Die ganz Hartgesottenen ziehen nach einer schnellen Stärkung direkt weiter ins Riff zur traditionellen Total Abschlussparty. Alles auf Sonne bei Bochum Total am Samstag ... Hier geht's zum "Hamma"-Freitag bei Bochum Total 2009 ...
So war der Donnerstag bei Bochum Total 2009 ...
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Kaffee und Kuchen werden am Bochum Total-Sonntag stets gegen ein Bierchen getauscht und so war es schon um 16 Uhr rappelvoll am Dreiecks-Zipfel, wo die Bochumer Band Frida mit ihrer zuckersüßen Sängerin Alina das Motto des Auftritts erklärt: "Erst fühlen, dann feiern". Mit sanften Songs z. B. vom miteinander schlafen oder Mittanz-Nummern kommt man bei schönstem Wetter schon wieder mächtig ins Schwitzen. Besonders stolz sind Frida darauf, dass Bosse, der bereits am Donnerstag gespielt hatte, ihren Auftritt angekündigt hatte und so gab's den Gegengruß und viele wunderschöne Melodien mit intelligent-berührenden Texten. Bei One Fine Day auf der 1Live-Bühne geht es kurze Zeit später weit aus härter zur Sache, doch auch Marten Pulmer & Co. sind auf Schmusekurs mit dem Publikum. "Könnt ihr noch oder habt ihr in den letzten Tagen zu heftig gefeiert?" Die jungen Gäste vor der Bühne antworten den Hamburgern postwendend und so putscht man sich gegenseitig auf. Highlight hier: die Songs "Miracle" und "Emily" sowie die Loveboat-Aktion, bei der eine Besucherin in einem großen blauen Schwimmreifen und ausgerüstet mit einer mächtigen Wasserpumpgun zum Crowdsurfen geschickt wird. Auch dem Element Wasser verbunden, nämlich dem Rhein-Herne-Kanal, berichtet Helmut Sanftenschneider währenddessen beim Wortschatz "Ich wohne gerne … in Herne" und findet in seinem kritischen Blick auf seine Wahlheimat schon arg viele Worte, die sich auf Herne reimen.
Von so viel Ruhrgebietspoesie getragen, ist der nächste Höhepunkt sicherlich der Auftritt von Boppin' B., die schon beinahe zu den Bochum Total-Veteranen zählen und so wieder Heerscharen von Fans anlocken. Der pure Rock'n'Roll-Sound, immer serviert mit einem Augenzwinkern, treibt bei den Unterfranken nach wie vor seltsame Blüten, die Fans lieben die Coverstücke wie Sashas "If You Believe" oder "King Of The Bongo" von Manu Chao, aber auch der Knaller "Schneißkapelle" ist auch 2009 der absolute Hit. In Sachen Coversongs unübertroffener Profi und Bochum Total-Inventar Mambo Kurt zeigt den Fans der Heimorgel zur besten Finalzeit, was eine Zeitreise durch die Musikgeschichte ist. Zum Auftakt spielt er, übrigens mit dem Rücken zum Publikum, "Maria (I Like It Loud)", sorgt damit für wilde Raserei und lautes Mitgrölen, und erklärt wissentlich, dass dieser Song von Scooter auch nur ein Cover sei und zwar von Marshall Masters feat. The Ultimate MC. Es folgen die Orgelhits "Smells Like Teen Spirit", "Killing In The Name" von Rage Against The Machine und "Reign In Blood" von Slayer – die erste Reihe mosht gnadenlos mit. Dann Musiklektion Teil 2: Um den jungen Leuten zu beweisen, dass die Heimorgel das letzte elektronische Instrument ist, das sich lohnt zu spielen und zu hören, holt Mambo Kurt ein 82er Umhängepiano hervor, setzt die weiße Sonnenbrille auf und rockt "Allein Allein" von Polarkreis 18. Danach ist die erste Generation der Musikcomputer dran, doch auch der C64, übrigens der C62 zwo, kann der Heimorgel nicht das Wasser reichen, was der Orgelgott mit dem Elektropunk-Knaller "Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)" von Deichkind beweist. Da singt der gesamte Konrad-Adenauer-Platz aus voller Kehle mit, einzelne Gäste werden zum Solo gezwungen. "Schmeiß die Möbel aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum Dancen" gilt gleichfalls für Mambo Kurts Stagedive und auch für Michael Jacksons "Beat It" ("Solange der noch nicht unter der Erde ist!") und das folgende Lied, das härter ist als Rammstein, AC/DC und Guns'n'Roses zusammen und alle tätowierten und gepiercten Leute in die Knie zwingt: Dr. Albans "Sing Halleluja". Letzter Song bei Mambo Kurt ist traditionell der rotzig gespielte Samstagabendshowschlager "Musik ist Trumph", wozu wieder eine zünftige Polonaise durch die Besuchermenge hüpfte.
Hier der Bochumer Gott der Heimorgel, dort der aufgehende Stern am deutschen Pop-Rock-Himmel Luxuslärm: Der Hit "1000 km bis zum Meer" sorgt dafür, dass vor der 1Live-Bühne beinahe kein Durchkommen ist und sich die Fans um die besten Plätze drängeln. Mitklatsch- und rockige Nummern wie "Abschied" oder "Was ist mit mir" sorgen für wildes Tanzen und Gekreische, die ruhigeren Stücke wie "Unsterblich" entpuppen sich keineswegs als reine Schmusesongs, denn auch diese getragenen Songs präsentieren Janine, Henrik, David, Eugen und Jan mit einer deftigen Portion Action. Und so bleibt auch hier nicht verschont, Mitmachen ist hier wiederum die Devise. Eine gute Stunde spielen die Iserlohner ihr grundsolides Programm, begeistern Teenies wie erwachsene Festivalbesucher.