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"STERNSTUNDEN" IM GASOMETER

Der Mond war das Highlight 2010.

Kopf in den Nacken und "Wow"! Viele Monate war der Mond im Gasometer der absolute Star. Die Ausstellung "Sternstunden – Wunder des Sonnensystems" nahm den Besucher mit auf eine phantastische Reise ins Weltall - und zurück.

 

Beeindruckend schwebt der Mond im Gasometer über den Köpfen der Besucher.Das Beeindruckendste zuerst: Kam man als Besucher der "Sternstunden"-Ausstellung vom unteren Bereich des Gasometers auf die Gasdruckscheibe, verschlug es einem fast den Atem beim Anblick des dort im weiten Raum schwebenden Mondes. Sorgte die Größe des Stahlriesen schon allein dafür, dass man sich dort klein, fast winzig fühlt, gab der Oberhausener Mond diesem Gefühl noch einmal eine neue Dimension. Er schien zum Greifen nah und sorgt dafür, dass auf der Manege umher laufende Besucher miteinander kollidieren, da sie ihren Blick nicht von unserem Erdtrabanten abwenden konnten. Nach einer Weile des Staunens fand man dann Platz auf der Tribüne, legte sich am besten bequem zurück und beobachtete die verschiedenen Mondphasen von der schmalen Sichel bis zum Vollmond - sphärisch untermalt von dezenten Klängen. Wenn dann die Gedanken wieder zu den anfangs in der Ausstellung gesehenen Bildern von Gasen, Staub und unglaublichen Formen und Farben, aus unserem Sonnensystem, fernen Galaxien, Oberflächen der benachbarten Planeten zurückkehrten und man die Dimension Zeit einrechnete, fühlte man sich tatsächlich winzig, im kosmischen Zusammenhang gar unbedeutend. Da erschien es beinahe absurd, dass die Menschen seit Jahrtausenden den vermeintlichen Himmel betrachten, um zu erfahren wie das eigene Schicksal von den Sternen beeinflusst wird. Vielmehr rückte der Wunsch in greifbare Nähe, in einem Shuttle den Erdtrabanten zu umrunden oder gar den nächsten Urlaub in einem Hotel auf dem Mond oder gar unserem Nachbarplaneten Mars zu verbringen. Doch so weit ging die Schau in Oberhausen nicht.

 

Sternstunde mit Saturn: Blick in die Ausstellung im Gasometer Oberhausen.Von dem Mond-Höhepunkt mal abgesehen, gab es in der Ausstellung "Sternstunden – Wunder des Sonnensystems" viele großformatige Bilder und Aufnahmen die auf den neuesten amerikanischen und europäischen Weltraum- missionen entstanden sind. Zu jedem einzelnen Bild gab es einen ausführlichen Text, der die Darstellung einfach und verständlich erklärte. Im Mittelpunkt dieser Schau, und das ist im Gasometer nicht anders als in unserem Sonnensystem auch, schwebte die Sonne als brennender Feuerball und wurde umringt von den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. Unterschiedliche Formen von Galaxien, die berüchtigten Nordlichter, Canyons auf dem Mars, Staubwolken, skurrile Oberflächen oder das entstehende Auge bei einer Sonnenfinsternis entfalteten hier eine beeindruckende ästhetische Qualität. Und: Größe ist relativ, schaute man auf die Fotografien des Universums und betrachtete dann die im Mutterleib entstandenen Bilder einer gerade befruchteten Eizelle oder Aufnahmen von Blutgefäßen im menschlichen Gehirn - ein Universum fand sich überall! Und gleichzeitig ließ sich beobachten, dass all die Bilder aus fernen Galaxien angesichts der Erde und des Mondes, die hier thematisch etwas ins Hintertreffen gerieten, dennoch nicht mithalten konnten. Denn das, was einem am nächsten war und man schon kannte, war besonders interessant und spannend.


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Fly me to the moon
Weit aus wissenschaftlicher und handfester ging es dann oberhalb der Gasdruckscheibe zu: neben kultischen Relikten, religiösen Bildern aus der Renaissance, wie etwa Michelangelos "Die Erschaffung Adams" in einer leider sehr unscharfen Kopie, historischen Fernrohren, Messgeräten, Himmelskarten, alten Globen fanden sich modernste Geräte der Weltraumforschung, riesengroße Teleskopgläser und in einer Vitrine ein winziges Stück Gestein aus dem Weltall. Anhand der Exponate zeigte sich außerdem, wie sich die Vorstellungen über die Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems von den Mythen der Naturvölker bis zu unserem wissenschaftlichen Zeitalter veränderten. Insgesamt wurde hier deutlich, wie die Erkenntnisse über das kosmische Geschehen immer dann voran schritten, wenn neue Beobachtungstechniken den Blick in die Tiefe des Makro- und Mikrokosmos revolutionierten.
 
Erfolgreichste Ausstellung der Kulturhauptstadt
"Sternstunden – Wunder des Sonnensystems" endete am 30. Dezember 2010 als die mit großem Abstand erfolgreichste Ausstellung im Gasometer Oberhausen. Sie wurde anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie am 2. April 2009 eröffnet und erwies sich mit rund 430 000 Besuchern als dessen erfolgreichster Einzelbeitrag. Fortgeführt als offizielles Projekt von RUHR.2010 wurde sie mit mehr als 500 000 Besuchern im laufenden Jahr zur erfolgreichsten Ausstellung im Rahmen der Kulturhauptstadt.

 

Bilder von der Ausstellung "Sternstunden" gibt es in unserer Fotogalerie ...


 

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