| MONDPALAST VON WANNE-EICKEL |
Dem anderen Stratmann seine Bühne. Der Mondpalast ist kult. Als eines der beliebtesten Volkstheater im Ruhrgebiet wird hier die Alltagskultur hochgehalten wie sonst kaum. Bei Klassikern wie "Ronaldo & Julia", "Auf der wilden Rita" oder "Flurwoche" bleibt kein Auge trocken.
Und dabei soll es Ruhrstädter geben, die das Stück zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 schon so oft gesehen haben, dass sie die Dialoge mitsprechen können. Christian Stratmann hat mit seinem Haus alles richtig gemacht, hat mit Thomas Rech den für sein Vorhaben besten Autoren und Regisseur zum Intendanten gemacht und mit Sigi Domke einen der größten Revier-Autoren nach Herne, nein, Wanne-Eickel, holte. Und er steht Abend für Abend am Eingang und begrüßt seine Gäste. 2011 steht dem großen Volkstheater ein tolles Jubiläum ins Haus, denn das Haus selbst feiert vom Kaisersaal über Stadtgartensaal und Saalbau bis hin zum Mondpalast seine 100-jährige Geschichte. Manchmal ist es aber anderswo schön. Auf der Freilichtbühne Wattenscheid oder im Grugapark zum Beispiel, wo die Mondpalast-Stücke jeden Sommer für einen Run auf die wenigen Tickets sorgen. Neu im Mondpalast: "Anne Tanke" Vieles dreht sich ums Auto in diesem Land, auf den Straßen sowieso, in der Wirtschaft, in so manchen Träumen und neuerdings auch im Mondpalast. Anne Tanke ist eine hochwitzige Revue rund um Tankwärtin Anne und ihren Sohn Berni, der vor lauter Tankarbeit nicht zur Liebe findet. Sie führt uns spielend und singend in die Abgründe der Autopflege, in die Jagdgründe der Freunde dreistelliger Pferdestärken, zeigt uns die Gründe, warum aus Eltern Kindertransportunternehmer werden, erinnert uns an die erste Liebe im Auto und die erste Italienfahrt, lässt auf der Bühne Parkhaus- und Stau-Albtraum entstehen, bringt uns chromo-erotische Männerfantasien nahe, die fahren können, aber manchmal nur stehen und vieles mehr, was man sich gar nicht vorstellen kann und von daher anschauen muss. "Anne Tanke" feiert am 3. November Premiere im Mondpalast. Jetzt schon an Silvester denken: "Dinner for Wan(ne)" So gut wie das Original: Seit 2005 begeistert der Mondpalast immer zum Jahreswechsel seine Gäste mit einer Aufführung des Kult-Sketches, den Mondpalast-Intendant und Schauspieler Thomas Rech selbst geschrieben hat. Die Rahmenhandlung hat er humorvoll erweitert, den weltbekannten Kern des Stückes aber unverändert gelassen. Die Hauptrolle des trinkfesten Butlers James spielt Rech selbst – er ist Jaköbchen, der Omma Soffie in der Zechensiedlung zum 90. "Ronaldo & Julia" Seit der Eröffnung des Mondpalasts im Januar 2004 steht die Komödie "Ronaldo & Julia" ununterbrochen auf dem Spielplan von Deutschlands großem Volkstheater. Das von dem Essener Autoren Sigi Domke geschriebene Premierenstück über eine scheinbar unmögliche Liebe zwischen verfeindeten Fußballfamilien ist auch nach mehr als 350 "Heimspielen" vor mehr als 150.000 "Fans" regelmäßig ausverkauft. Mit Humor, Charme und natürlich der echten Ruhrpottschnauze wird die Geschichte von zwei Wirten und ihren Familien erzählt. Die mittelschwere Katastrophe: Ihre Kneipen liegen Wand an Wand und sie vertreten zwei unversöhnliche Glaubensrichtungen - Schalke und Dortmund! Zwischen Tochter Julia Kapulinski und Nachbarssohn "Ronaldo" Montakowski funkt es allerdings heftig – kaum vorzustellen, sollten das ihre Familien erfahren ... Genau das tun sie natürlich. Ob die Liebe siegt? "Auf der wilden Rita" Selbst Mick Jagger würde blass vor Neid, wenn er miterleben könnte, wie auf der wilden Rita zwei muntere Damen mit ihrem Teilzeitzivi vier scharfe Herren so richtig aufmischen. Es geht turbulent zu auf dem alten Kahn am Kanal von Wanne-Eickel! Die Handlung ist herrlich verrückt: Mia Liebchen liegt mit ihrem Kahn "Rita" seit 30 Jahren im Wanner Hafen vor Anker. Jetzt gehöre sie ins "Haus Abendfrieden", meinen ihre Kinder, die den alten Kahn verscherbeln möchten. "Flurwoche" Einmal in der Woche ist irgend jemand dran: Man nehme eine rassige Italienerin, ein Paar deutscher Ordnungsfanatiker, einen sentimentalen Schwulen, eine russlanddeutsche Domina und einen nörgelnden Einsiedler. Man gebe all diese in einen gemeinsamen Hausflur und rüttle einmal kräftig an den Vorurteilen. Heraus kommt: die "Flurwoche", die leidenschaftlich politisch unkorrekte Mondpalastkomödie über den urkomischen Alltagswahnsinn ruhrpöttischer Hausgemeinschaften. In die Idylle des Wanne-Eickeler Hausflurs, in dem das Ehepaar Buschmann gerade seinen Pflichten der Flurwoche nachgeht und in der jeweiligen Landessprache ihre multikulturellen Nachbarn begrüßt, bricht Friedhelm Christ, der bucklige Kellerbewohner, und schafft Raum für die Realität. "Die Indianer vom Revier " Alles nur geträumt?! Ex-Bergmann Willi Küppers und seine Familie sollen Teil eines Entertainment-Parks werden und den Touristen vorführen, wie die Kumpels im Revier einst gelebt und gearbeitet haben. Aber Willi ist ein Dickkopf, der schließlich so einen dicken Hals kriegt, dass ihm der Kragen platzt. Denn jeden Tag um 14 Uhr Schlabberkappes essen für die "Touris" aus Japan und dann um 15 Uhr noch Grubenunglück spielen! Da fragt sich Willi doch: "Kann dat Zukunft haben für die Zukunft von unser Revier?" Ein echter Bergmann jedenfalls fühlt sich dabei wie ein ausgestorbener Indianer beim Regentanz für Touristen. MondpalastWilhelmstr. 26 44649 Herne Tel.: 02325 588999 Mehr Bühnentipps im Ruhrgebiet: |



Und dabei soll es Ruhrstädter geben, die das Stück zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 schon so oft gesehen haben, dass sie die Dialoge mitsprechen können. Christian Stratmann hat mit seinem Haus alles richtig gemacht, hat mit Thomas Rech den für sein Vorhaben besten Autoren und Regisseur zum Intendanten gemacht und mit Sigi Domke einen der größten Revier-Autoren nach Herne, nein, Wanne-Eickel, holte. Und er steht Abend für Abend am Eingang und begrüßt seine Gäste.
Seit der Eröffnung des Mondpalasts im Januar 2004 steht die Komödie "Ronaldo & Julia" ununterbrochen auf dem Spielplan von Deutschlands großem Volkstheater. Das von dem Essener Autoren Sigi Domke geschriebene Premierenstück über eine scheinbar unmögliche Liebe zwischen verfeindeten Fußballfamilien ist auch nach mehr als 350 "Heimspielen" vor mehr als 150.000 "Fans" regelmäßig ausverkauft.