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PUBLIC ENEMY

Drück die Sportzigarette aus ...

and make some noise! Am 6. November legten Chuck D. und Flavor Flav zum Jubiläum von "Fear Of A Black Planet" das JZW in Schutt und Asche. Sie brachten mit einem Best Of sowie einem Lehrstück in Sachen Hip Hop den Saal zum Kochen.

 

Drinnen Beats, draußen bunt: Mit einem beachtlichen Grafitti verewigten sich Public Enemy in Essen.Und es zeigte sich, dass man als Hip Hop-Fan nicht zwangsläufig irgendwas um die 20 Jahre sein, Baggys und Basecaps tragen muss, obwohl genau diese auch im Publikum vertreten waren. Public Enemy zogen aber vielmehr die älteren Musikfreunde sogar jenseits der 30 nach Essen, denn schließlich galt es ein Jubiläum zu feiern. Im restlos ausverkauften und auf Saunatemperaturen ausgeheizten Konzertsaal an der Papestraße feuerten sie 20 Jahre nach ihrem glorreichen Album ein Feuerwerk aus Hip Hop und Raps, unerreichten Sounds aus Industrielärm und einer enormen Anzahl von Samples ab, waren stets hochpolitisch und brandgefährlich.
 
Nach drei Support Acts - wobei wir Meller hier wegen schlimmem Klischeegehabe nicht näher erwähnen möchten, während uns die zwei "Weißbrote mit Flow" inklusive Beat Sampras, also die Ex-Ruhrpott AG, und auch die rockigen Tranzlate aber völlig überzeugt haben - gab es dann endgültig kein Halten mehr: der coole Chuck D. und der verrückte Flavor Flav, natürlich mit Uhr vor der Brust, samt Band (!) und flankiert von zwei Backgroundtypen sowie zwei millitärischen Securitymodels spielten Songs von "Don't Believe The Hype" und "Fight The Power" über "Bring The Noise" bis hin zu "Welcome To The Terrordome" und "Can't Truss It". Parolen gegen Rassismus und Separatismus, für Freiheit und gegen Krieg gab es nicht nur zur fast schon ergreifenden Abschlussrede von TV-Star Flavor. Ohne den mahnenden Zeigefinger zeigten Public Enemy der tobenden Meute, was Hip Hop kann und will. Da war außerdem Platz für Verbeugungen vor der großen Sugarhill Gang, und nie war die immer währende Textzeile "Bass! How low can you go?" passender, sowie der Musikrichtung, ohne die auch der Hip Hop nicht existieren würden: den Blues. Auch der Radio-DJ, der damals, 1986, zum ersten Mal den Song "Public Enemy No. 1" spielte sowie die Hip Hop Gods von Run DMC bis Grandmaster Flash wurden gewürdigt.
 
Old School sei Dank
Nach dem über zweistündigen Konzert von Public Enemy, bei dem es nicht nur arg in der Magengrube rummste, sondern auch der Beton des JZE sowie die eine oder andere Zahnfüllung wummerte, gab es ausnahmslos zufriedene Gesichter. Eine Unterhaltung, die wir vor der Tür mithören durften, bringt diesen Abend auf den Punkt: "Boah, das war mein großer Traum. Chuck D. einmal live erleben. Und das in meiner Stadt ..." "Alter, was geht jetzt noch? Gehn wa innen Club?" "Nee, hier gibts nix."
 

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