Zum Start gab es Rock'n'Roll im Regenguss!Einen so turbulenten Auftakt hatten sich die Macher von Bochum Total wohl nicht gewünscht. Nachdem die Besucher bei schönstem Wetter schon früh das Bermudadreieck bevölkerten, endete der Tag mit einem (beinahe) Unglück im Unwetter. Zum Start der 24. Ausgabe von Bochum Total schien alles prima - vor allem die Sonne. Und so war bei heißen Temperaturen in Bochum wieder alles auf den Beinen, was irgendwie Spaß an Musik, Bier trinken oder "einfach mal gucken" hat - vor allem Herbstrock, Bosse und Tommy Finke lockten schon früh die Fans vor die Bühnen. Und auch im und vor dem Freibeuter war mächtig was los, als die Bochumer Band Motosushi die kleine Off Stage rockte. Sängerin Donata, Gitarrengott Kushko da Volta, Basser J. Boheme und the Stirkat an den Drums haben wieder einmal die Schlagzahl erhöht, irritierten eingeschworene Freunde der rockigen Gitarre mit partiellen elektronischen Einschlägen und feinstem Sound made in Ruhrgebiet. In der trockenen Hafenspelunke war man damit gut bedient. Nicht so viel Glück hatten all jene, die vor den Bühnen auf die weiteren Bands warteten, denn diverse "lokale Unwetter" hatten kein Erbarmen mit Fans und Bands. Die ausnahmslos jugendlichen Gäste vor der 1Live-Bühne schienen da beim Auftritt von Jennifer Rostock noch hartgesotten, kümmerten sich zunächst nicht um den Regen, der mit jeder Sekunde heftiger wurde, die Blitze und das Donnern über der Bochumer Innenstadt hätte auch einfach zum Showprogramm dazugehören können. Doch irgendwie war der Sturm stärker, flutete die Bühne und ließ drei Lichttraversen direkt hinter Keyboarder Joe Walter auf die Bühne krachen, der daraufhin leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Konzert von Jennifer Rostock wurde sofort abgebrochen, Sebastian Sturm, der als Ersatz für Madcon schon in den Startlöchern stand, musste komplett auf seinen Auftritt verzichten.
Nur ein paar Meter herrschte beim Bochumer Hardrock-Urgestein Hartmann auf der Ringbühne das typische Bochum Total-Bild. Da floss das Bier in Strömen, feierte man gemeinsam seine Stadt und die Sommerferien. Festivalbesucher der ersten Stunden trafen sich - familiäre Stimmung unterm Regenschirm. Und auch abseits der großen Bühnen gab es an allen Ecken Kuriositäten zu sehen: So baute ein Festivalbesucher vor der WAZ-Bühne im nassen Sand liebevoll eine kleine Sandburg, sorgte der Auftritt einer Dark Wave-Bauchtanztgruppe im Rahmen von Dance Dance Dance! auf der Wortschatzbühne für ungläubiges Staunen.
Daneben gab es aber doch noch ein richtiges fast unbemerktes Highlight: Marianne Dissard spielte vor ganz kleinem Publikum auf der WAZ-Bühne am Zipfel des Bermudadreiecks ihre wunderbare Soundkreation, die als "Desert Chanson" luftige Popsong und klassische Chansons kombiniert. Da ging einem das Herz auf, dachte man nicht mal mehr an Regen sondern wiegte sich in den wunderschönen Rhythmen - und natürlich spürte man an vielen Stellen Joey Burns von Calexico, der für Marianne Dissard die meisten Songs schrieb. "Schön ist es hier mit euch allen da hinten im Regen", freute sich die zierliche Sängerin sichtlich über ihren trockenen Platz auf der Bühne. Bilder von Bochum Total 2009 gibt's in unserer Fotogalerie ...
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