| BOCHUM TOTAL 2009 |
Der ultimative Festivalrückblick.Die Socken sind getrocknet, der Sonnenbrand überstanden: Das Mega-Innenstadtfestival hatte es zur 24. Ausgabe aber nicht nur wettertechnisch in sich. Das totale Wochenende brachte: tolle Musik, tolle Bilder von tollen Fans. Drei Paar abgesoffene Sneaker und die Erkenntnis, dass komplett durchnässte Chucks mehr als 24 Stunden brauchen, bis sie getrocknet sind. Vier zerstörte Frisuren und die Angst, beim Wet-T-Shirt-Contest im Bermudadreieck an jeder Ecke den ersten Platz zu belegen. Ein auf die Straße gefallenes Weitwinkelobjektiv und die Erlösung, dass es den Sturz unbeschadet überstanden hat und weiterhin einwandfreie Bilder liefert. Und: Achtung, jetzt wird es ein wenig ekelig, ein Hühnerauge. So lautet unser persönliches Resümee nach vier Tagen Bochum Total 2009, das unter dem Titel "24 & more" an den Start ging …… und so ganz anders verlief, als es die ersten Live-Sounds, die am Festivaldonnerstag mit den Soundchecks schon vor 17 Uhr durch die Stadt donnerten, vermuten ließen. Denn alles schien prima – vor allem die Sonne. Mit wirklichen Blockbuster-Konzerten von Herbstock, Bosse, Marianne Dissard, Bochumer Urgestein Hartmann und allen voran Pop-Sirene und seit Bochum Total gut in den Charts platzierte Jennifer Rostock war das Programm unglaublich vielfältig und hob sich ganz klar von den Auftakten der letzten Jahre ab. Inzwischen wissen wir, was das Wetter am ersten Juliwochenende im ganzen Ruhrgebiet angerichtet hat und die Bochum Total Gäste und Bands können beinahe froh sein, dass alles irgendwie weiter ging und die Unterbrechungen im Programm nicht dafür sorgten, dass die Stimmung auch den Bach hinunter ging. Denn beim Gewitter und dem sturzbachartigen Regen, der das Bermudadreieck stellenweise vollständig flutete, rückte man zusammen in der U-Bahnstation, am Bierstand, in den Kneipen, wo das schon früh laufende Off Stage-Programm von Bochum Total für einen eigentlich lückenlosen Verlauf des Festivals sorgte und echte Musikperlen hervorbrachte. So war der Donnerstag bei Bochum Total 2009 … Den Freitag beherrschte eine Frage: Hält das Wetter? Angesichts der seit dem Mittag über Bochum hängenden tiefschwarzen Wolken und dem am frühen Nachmittag über der Stadt niedergegangenen Regenguss sprach sich Chef-Organisator Daniel Büxenstein für eine vollständige Überdachung des Festivalgeländes im nächsten Jahr aus. Eine weitere Idee aus einer heute nicht mehr zu identifizierenden Quelle wollte in diesem Zusammenhang dann kurzerhand ein Eintrittsgeld von einem Euro einführen. Doch die Bochum Total-Besucher ließen sich auch am Freitag nicht vom Regen abhalten. Ausgerüstet mit Regenschirm und bester Laune drängten sich die Fans der Umsonst-und-draußen-Sause vor allem vor der 1Live-Bühne, wo zur besten Sendezeit, der traditionellen Primetime von Bochum Total am Freitagabend gegen halb 9 mit Culcha Candela das Bühnenhighlight an diesem Wochenende die Stage betrat und nicht nur gegen das miese Wetter antanzte, sondern auch für eine unglaublich beeindruckende Festival- stimmung sorgte. Ungefähr ab diesem Zeitpunkt entspannten sich bei allen an Bochum Total Beteiligten die Gesichtszüge, allen voran Cooltour-Geschäftsführer Marcus Gloria, dem ein sattes "Boah geil!" entfleuchte. Und am Ende des zweiten Tages kam erneut die Frage auf "Weiß jemand was über das Wetter morgen?" "Klar, morgen gibt's auch wieder Wetter." Tag 3 - alles auf Anfang. Nach zwei stürmischen Tagen, zumindest für diejenigen, die sich nie rechtzeitig irgendwo unterstellen konnten oder die nachts erst so richtig Gas gaben, war Bochum und damit Bochum Total wie verwandelt und so wie man es von dem gigantischen Innenstadtfestival gewohnt war: Bei heißen Temperaturen und knallender Sonne kam man beim Bühnenhopping mächtig ins Schwitzen und gab seinen Vorsatz, alles mal gesehen zu haben, schnell wieder auf. Durchquetschen war wie in jedem Jahr am Festivalsamstag die Disziplin, die bewältigt werden wollte. Aber auch die Vielfalt des Live-Programms wurde für manchen Besucher zur Tagesaufgabe. So trafen wir in der Nähe der Ringbühne zwei Mädchen, die einem Freund eine SMS schicken wollten, weil ja hier seine Lieblingsmusik läuft: "Räggi - wie schreibt man das?" Und während beim Reggae-Programm Bands wie Nyabinghia oder La Papa Verde für lässige Stimmung bei den noch lässigeren Besuchern sorgten, wurde an anderer Stelle das volle Gitarrenbrett aus der Hüfte geschossen. "Sind eigentlich die drei Schwatten von LostAlone noch dürrer geworden?" Den Fans vor der Bühne jedenfalls waren solche Äußerlichkeiten egal, tobte doch hier der wilde Gitarrenmob, so dass es mächtig in der Hütte staubte. Und auch auf und vor der großen 1Live-Bühne wurde das gespflegte Gitarrenbrett zelebriert - Fire In The Attic legten los und die dicht an dicht gedrängten Fans machten artig mit. Die einen machten nach dem Bühnenprogramm in den Bars und Kneipen im Bermudadreieck die Samstagnacht zum Tag, die anderen zogen einige hundert Meter weiter, um eine ganz andere Party zu feiern: Ralf Odermann hatte in seinen legendären Logo Club, quasi dem Pflichttermin für die "ältere" Partygeneration, eingeladen. Und so waren am Sonntag, dem Finaltag bei Bochum Total, alle irgendwie noch müde. Aber nicht lange, denn ein schräges Kontrastprogramm mit poetischen Popklängen, heimatlich-ironischen Hymnen, rock'n'rolligen Knallern, Orgel-Lektionen zur Musikgeschichte und der deutschen Chartshoffnung mit einer deftigen Spur Sexappeal. Bei all dem Überfluss war es notwendig, getrennte Wege zu gehen. So entdeckte man hinter der Bühne zwei Feuerwehrmänner, die ihr Herz und ihre Hingabe spontan an den gepflegten Sound der Heimorgel von Mambo Kurt verloren. Ähnlich Szenen, anderer Stil: Luxuslärm waren der Abräumer des Festivalsonntags und brachten die Meute vor der Bühne dazu, in noch nie gewesener Intensität abzugehen und sich die Seele aus dem Leib zu schreien und kreischen - Arme in die Luft reissen inklusive. Und dann ging wieder einmal alles ganz schnell. Zu Ende. Viele hatten sich den Festivalrummel an allen vier Tagen, also das volle Programm, gegönnt. So viel Durchhaltevermögen wurde auf der traditionellen Total Abschlussparty im RIFF belohnt. Die anderen schlurften einfach nach Hause und genossen die plötzlich herrschende Ruhe. |



Drei Paar abgesoffene Sneaker und die Erkenntnis, dass komplett durchnässte Chucks mehr als 24 Stunden brauchen, bis sie getrocknet sind. Vier zerstörte Frisuren und die Angst, beim Wet-T-Shirt-Contest im Bermudadreieck an jeder Ecke den ersten Platz zu belegen. Ein auf die Straße gefallenes Weitwinkelobjektiv und die Erlösung, dass es den Sturz unbeschadet überstanden hat und weiterhin einwandfreie Bilder liefert. Und: Achtung, jetzt wird es ein wenig ekelig, ein Hühnerauge. So lautet unser persönliches Resümee nach vier Tagen Bochum Total 2009, das unter dem Titel "24 & more" an den Start ging …
Den Freitag beherrschte eine Frage: Hält das Wetter? Angesichts der seit dem Mittag über Bochum hängenden tiefschwarzen Wolken und dem am frühen Nachmittag über der Stadt niedergegangenen Regenguss sprach sich Chef-Organisator Daniel Büxenstein für eine vollständige Überdachung des Festivalgeländes im nächsten Jahr aus. Eine weitere Idee aus einer heute nicht mehr zu identifizierenden Quelle wollte in diesem Zusammenhang dann kurzerhand ein Eintrittsgeld von einem Euro einführen. Doch die Bochum Total-Besucher ließen sich auch am Freitag nicht vom Regen abhalten. Ausgerüstet mit Regenschirm und bester Laune drängten sich die Fans der Umsonst-und-draußen-Sause vor allem vor der 1Live-Bühne, wo zur besten Sendezeit, der traditionellen Primetime von Bochum Total am Freitagabend gegen halb 9 mit Culcha Candela das Bühnenhighlight an diesem Wochenende die Stage betrat und nicht nur gegen das miese Wetter antanzte, sondern auch für eine unglaublich beeindruckende Festival- stimmung sorgte. Ungefähr ab diesem Zeitpunkt entspannten sich bei allen an Bochum Total Beteiligten die Gesichtszüge, allen voran Cooltour-Geschäftsführer Marcus Gloria, dem ein sattes "Boah geil!" entfleuchte. Und am Ende des zweiten Tages kam erneut die Frage auf "Weiß jemand was über das Wetter morgen?" "Klar, morgen gibt's auch wieder Wetter."
Tag 3 - alles auf Anfang. Nach zwei stürmischen Tagen, zumindest für diejenigen, die sich nie rechtzeitig irgendwo unterstellen konnten oder die nachts erst so richtig Gas gaben, war Bochum und damit Bochum Total wie verwandelt und so wie man es von dem gigantischen Innenstadtfestival gewohnt war: Bei heißen Temperaturen und knallender Sonne kam man beim Bühnenhopping mächtig ins Schwitzen und gab seinen Vorsatz, alles mal gesehen zu haben, schnell wieder auf. Durchquetschen war wie in jedem Jahr am Festivalsamstag die Disziplin, die bewältigt werden wollte. Aber auch die Vielfalt des Live-Programms wurde für manchen Besucher zur Tagesaufgabe. So trafen wir in der Nähe der Ringbühne zwei Mädchen, die einem Freund eine SMS schicken wollten, weil ja hier seine Lieblingsmusik läuft: "Räggi - wie schreibt man das?" Und während beim Reggae-Programm Bands wie Nyabinghia oder La Papa Verde für lässige Stimmung bei den noch lässigeren Besuchern sorgten, wurde an anderer Stelle das volle Gitarrenbrett aus der Hüfte geschossen. "Sind eigentlich die drei Schwatten von LostAlone noch dürrer geworden?" Den Fans vor der Bühne jedenfalls waren solche Äußerlichkeiten egal, tobte doch hier der wilde Gitarrenmob, so dass es mächtig in der Hütte staubte. Und auch auf und vor der großen 1Live-Bühne wurde das gespflegte Gitarrenbrett zelebriert - Fire In The Attic legten los und die dicht an dicht gedrängten Fans machten artig mit.
Die einen machten nach dem Bühnenprogramm in den Bars und Kneipen im Bermudadreieck die Samstagnacht zum Tag, die anderen zogen einige hundert Meter weiter, um eine ganz andere Party zu feiern: Ralf Odermann hatte in seinen legendären