Die Tierfütterungen sind der Hit. Aber auch bei den Kängurus, Erdmännchen, Nashörnern, Giraffen, Pinguinen und Kamelen ist eine Menge los. Nur das Faultier hängt direkt über den Köpfen der staunenden Besucher einfach nur ab und rührt sich keinen Millimeter. Bevor man aber zum wohl langsamsten und lethargischsten Tier im Dortmunder Zoo kommt, hat sich der Tierfan schon ein wenig sportlich betätigt. Denn an der großen Australienwiese wird erklärt, dass Kängurus 12 Meter weit und 3 Meter hoch springen können und diese beachtlichen Angaben sind auf dem Boden und an einer Holzlatte markiert und sorgen für wildes Hüpfen nicht nur bei den Kindern. Die Tiere selbst haben sich zur Mittagszeit ein wenig zurückgezogen und liegen faul in der Sonne. Bewacht werden die Beuteltiere von ihren australischen Kollegen, den Emus und Saruskranichen, die paarweise den Zaun entlang wandern und wie auf Patrouille auf und ab gehen. Folgt man dem ausgeschilderten Rundweg, gelangt man zum ersten tierischen Highlight: den Giraffen. Die majestätischen Riesen recken ihre Hälse gekonnt in die Baumkronen oder vollführen mit ihren langen Beine beinahe einen Spagat um an das begehrte Grün am Boden zu gelangen: von einem kleinen Holzhaus aus kann sie der Zoobesucher aus nächster Nähe beobachten. Vorbei an den großen Gehegen mit den Siamangs, die sich auf ihrer Insel mit den großen Klettergerüsten etwas vor den Blicken der Besucher verstecken, Antilopen, Zebras und Servalen, ist es dann aber ein kleines Tier, das bei den großen und kleinen Zoobesuchern für Andrang sorgt: das putzige Erdmännchen hat sich fotogen auf dem höchsten Ast im kleine Gehege platziert und betrachtet seine Fans neugierig. Spätestens hier ist man sich nicht mehr sicher, wer hier das Zootier ist.
Spätestens bei den Breitmaulnashörnern aber, relativiert sich diese Frage. Beinahe schamlos wälzen sich die gemütlich wirkenden Dickhäuter in ihrer Schlammgrube im Außengehege, rollen sich genüsslich im kühlen Nass, lassen sich mit ihrem Tonnen schweren Gewicht hier hinein platschen. Vorbei an der Südamerikawiese kann man sehen, wie Sandra, das große Ameisenbärweibchen, sein wenige Monate altes Junges liebevoll auf dem Rücken umher trägt, Flachlandtapire und Pudus, die kleinsten Hirsche der Welt, ihre Schnauzen in die Sonne recken. Zugleich sorgen die Tschaja, die Halsband-Wehrvögel, für Aufmerksamkeit durch den für sie typischen Radau. Im Tamandua-Haus kommen wir dann endlich zu den Perfektionisten des Nichtstun: In verschiedenen Gehegen sucht man die Faultiere zunächst vergeblich, findet sie dann jeweils in Form eines lediglich sanft atmenden Fellbündels in irgend einer Ecke zusammen gerollt, natürlich schlafend vor. Dagegen wirken die flink umher laufenden Gürteltiere wie hyperaktiv. Eine Besonderheit bei den Gehegen der Faultiere ist, dass sie einen Tunnel zum Besucherraum haben, so dass plötzlich ein Exemplar direkt über den Köpfen der Tierfans hängt – mehr aber auch nicht. Lediglich das zottelig-flauschige Fell, die sichelförmig gebogenen Klauen der Finger sind erkennbar. Nicht viel mehr Action, dafür in ausreichendem Abstand, fristet ein einsamer Leopard in seinem sehr kleinen Käfig ein wohl eher unglückliches Dasein. Im größeren und leeren Käfig nebenan weisen die Zoo-Macher ausdrücklich darauf hin, dass hier früher zwei Tiger gehalten wurden und dieser viel zu enge Käfig heute als nicht mehr artgerecht betrachtet wird. Das ehrt den Zoo Dortmund, wirft aber die Frage auf, wann endlich auch der Tiger in ein artgerechtes Gehege umziehen kann. Hiervon einmal abgesehen, hat sich im Dortmunder Zoo in den letzten Jahren einiges getan und es wird weiter gebaut.
Während im Otterhaus die Fütterung der Zwerg- und Riesenotter nur vor den Augen einiger weniger Besucher abläuft, wird daraus am Becken der Seelöwen und Seebären eine tolle und lehrreiche Show: Pünktlich um 15 Uhr haben sich hier zahlreiche Familien mit Kindern eingefunden, die staunen, wie diszipliniert und zugleich chaotisch es bei den immer hungrigen Robben zugeht, denn sobald der Pfleger mit dem Eimer voller Fisch das Gehege betritt, gibt es bei den Seelöwen und Seebären kein Halten mehr. Doch vor dem Futter müssen die Tiere den ihnen zugewiesenen Platz einnehmen. Dass diese öffentliche Fütterung nicht nur Show ist, sondern auch einen Sinn hat, wird schnell deutlich. Der Pfleger erläutert den Unterschied zwischen Seelöwe und Seebär, warum die Fellkontrolle wichtig ist und warum das kleine Seelöwenbaby von Mutter Holly noch keinen Fisch bekommt. Spielerisch und mit bis kleinen Showeinlagen kommen die Robben aber dann doch nach und nach an die Salzwasserfische. Der Zoo Dortmund war übrigens einer der ersten Zoos in Deutschland, die eine regelmäßige Schau- fütterung seiner Robben durchgeführt hat. In den neunziger Jahren wurde die Schaufütterung weiter perfektioniert und gilt heute international als vorbildlich und macht nicht nur den Tieren ziemlichen Spaß.
Vorbei an großen waldigen Freigehegen und den kleineren Volieren mit Greifvögeln, Eulen, Geier und Waldvögeln gelangt man dann zum nächsten hochgelobten Highlight des Dortmunder Zoos: dem Regenwaldhaus "Rumah hutan". Hierin wird das Leben des südostasiatischen Regenwaldes anhand der Sumatra-Orang-Utans und Schabrackentapire nachgezeichnet, und hier findet sich der Besucher gleich im tropischen Klima und, mit etwas Glück, Auge in Auge mit den tierischen Bewohnern wieder: Die Höhe des Gebäudes entspricht drei Etagen eines Wohnhauses. Man betritt den Dortmunder Dschungel etwa in mittlerer Höhe und hat somit die Möglichkeit die Orang-Utans auf drei Niveaus zu beobachten: in Augenhöhe, am Boden und in luftiger Höhe. Doch keine Angst, denn die freundlichen aber doch nicht ungefährlichen Orang-Utans halten sich hinter 32 mm dicken Sicherheitsscheiben auf. Bei warmen Temperaturen gibt es Ausgang ins Freie und dann hat man kaum eine Chance, nahe an die Tiere heran zu kommen. Zum Abschluss darf man sich Besuch im Streichelzoo auf keinen Fall entgehen lassen - auch ohne mit Kindern im Zoo unterwegs zu sein. Hier sind die Ziegen die absoluten Hausherren und wenn man dann noch eine Tüte Futter am Eingang des großen Freigeheges gekauft hat, gibt es von tierischer Seite kein Halten mehr. Für Großstadtkinder besonders spannend: echte Kühe zeugen davon, dass die Milch nicht zwangsläufig nur im Supermarkt zu haben ist, der kapitale Deutsche Riese, ein Hase von enormen Ausmaßen, ist ebenfalls einen Abstecher Wert. Unser Tipp: Im Dortmunder Zoo kann man als interessierter und aufmerksamer Tierfreund gut und gerne einen halben Tag und länger verbringen. Die breiten und asphaltierten Wege und wenigen Waldwege ermöglichen einen barrierefreien Zugang, lediglich im Regenwaldhaus gibt es Treppen. Vor allem für Kinder ist der Zoo Dortmund im Ruhrgebiet ungeschlagen. An den Erlebnisstationen lernt man spielerisch und kann sich mit den Tieren messen, wenn man beispielsweise in einen Kängurubeutel, in das Nest der Webervögel oder unter einen Schildkrötenpanzer klettert. Auch für das leibliche Wohl ist im Dortmunder Zoo gesorgt und das zu wirklich Familien freundlichen Preisen. So kostet eine Bratwurst im Brötchen 2,- Euro. Außerdem sucht das Angebot an Führungen, Ralleys und Aktionen im Zoo Dortmund seinesgleichen im Ruhrgebiet. Highlight hier: der "Tag als Tierpfleger"! Bilder aus dem Zoo Dortmund gibt es in unserer Fotogalerie. Zoo Dortmund Mergelteichstr. 80 44225 Dortmund Zoo Info-Team: 0231 5028628 (Mo-Fr 8:30-12:30 Uhr)
Öffnungszeiten: 16. März bis 15. Oktober 9-18:30 Uhr, Kassenschluss 18 Uhr 1. November bis 15. Februar 9-16:30 Uhr, Kassenschluss 16 Uhr Eintritt: Erwachsene 6,- Euro Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 3,- Euro 1 Elternteil mit Kind/ern 8,50 Euro Familien/Eltern mit Kind/ern 14,50 Euro
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