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DIE RUHR IN STEELE

Man muss ja nicht gleich reinspringen.

Es sind knapp 2 Kilometer entlang der Ruhr die fast bis nach Spanien führen. Von der Kurt-Schumacher-Brücke in Essen-Steele entlang der Ruhr trifft man neben den üblichen Radfahrern und Spaziergängern auch wagemutige Brückenspringer.

 

Entlang der Ruhr gibt es viel zu entdecken.Vorweg haben wir beobachtet, dass die Radfahrer nicht nur bei schönem Wetter hier unterwegs sind. Der Ruhrtalradweg und auch die Kaiserroute von Paderborn nach Aachen verlaufen an diesem wunderschönen Stück Revier und locken vor allem gut ausgerüstete Biker auf Renn- und Tourenrädern entlang des Flusses. Der Clou hier: Rad- und Spazierweg verlaufen bisweilen parallel zueinander, so dass man sich nicht in die Quere kommt. Denn sobald die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, wird es hier mächtig voll.

Auf der Terrasse des Steeler Ruder-Vereins an der Kurt-Schumacher-Brücke werden Kaffee und Limonade serviert. Ein paar Meter weiter brütet am Ufer und gut versteckt unter einem Baum ein prächtiger Schwan in seinem riesigen Nest aus Federn und Hölzern. Unseren Spaziergang entlang der Ruhr starten wir mit einer kleinen Pause. Links das Wasser, rechts die Wiesen, auf denen sich im Frühling schon die ersten Sonnenanbeter und Grillprofis treffen –auch wir lassen uns zum ersten Mal in diesem Jahr auf die mitgebrachte Decke nieder und genießen die Wärme. Ein paar Meter neben uns klappen zwei Jungs ihr Notebook auf und beschallen diese Idylle mit elektronischem Minimalismus und nerdiger Fachsimpelei. Gleichzeitig werfen die Arbeiter an der Baustelle nahe des Steeler Freibads ihre Maschinen wieder an. Für uns das Zeichen zum Aufbruch, denn wir wollten uns ja eigentlich ein wenig bewegen.

Der Weg für die Fußgänger führt direkt entlang des flachen Ufers, wo hier und dort Pärchen im Gras liegen, Angler ihr Equipment aufgeschlagen haben und darauf warten dass die Fische beißen, Rentner auf den Bänken sitzen und es sich gut gehen lassen. Links führt der Weg hinunter zur großen Wiese. Die ersten Sonnenstrahlen haben auch hierher zahlreiche Familien und Cliquen gelockt, die bestens ausgestattet mit Getränken und Grillzeug den frühen Sommer begehen. Hunde tollen herum, auch in der Ruhr, Kinder spielen Fußball, die Großen werfen elegant die Frisbee-Scheibe.

Brückenspringer und wilde Wasservögel
Kevin und seine Freunde beim Sprung von der Brücke: 'Sooo kalt ist das Wasser.'An der ersten Kastenbrücke stellen wir als Steeler Neulinge fest, dass der Weg hier auf einer stillgelegten Bahntrasse angelegt wurde. Hier teilt sich das Wasser, der Steeler Kanu-Club startet von seinem Domizil aus zu den Touren. Wir spazieren vorbei an einer kleinen Schleuse und erblicken auf einer kleinen Landzunge ein junges Paar, das nach oben in Richtung Brücke schaut. Auf der Brücke sind einige Spaziergänger stehen geblieben und schauen hinunter. Vier Jungs turnen auf den neben der Brücke verlaufenden Rohren herum. Um eines der Rohre haben sie ein dickes Seil geknotet an dem sie sich mit einem kräftigen Schwung in die Ruhr stürzen. "Sooo kalt ist das Wasser", grinst Kevin und zeigt dabei mit Daumen und Zeigefinger maximal zwei Zentimeter. "Das Schwierigste ist aber der Weg zurück an Land. Da unten nistet so ein großer Vogel im Gras und der fällt einen fast an, wenn man ihm zu nahe kommt." Extra für unsere Kamera vollführen Kevin und zwei seiner Freunde einen nahezu perfekten weil synchronen Sprung von den Rohren in die Ruhr, Salto inklusive. Zwei Damen, die diese Szenerie ebenfalls beobachten, schütteln mit den Köpfen und murmeln etwas von "Verboten" oder so ähnlich.

Der Weg war das Ziel
Weiter geht es mit einem tollen und nicht von Bäumen verstellten Blick in die weite Landschaft. Dann wieder ist das Ufer nur durch ein Dickicht von Ästen zu sehen. Nach einem kleinen Stück wie durch einen Wald erreichen wir den Endpunkt unseres Spaziergangs: die Finca & Bar Celona. Dort haben wir Glück, dass wir überhaupt noch einen freien Tisch finden. Wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich und genießen bei kühlen Getränken und leckeren Tapas diesen schönen Reviertag.

Alles in allem ist dieses Stück Ruhr immer einen Ausflug wert. Natürlich sind das Baden in der Ruhr und das Grillen in den Ruhrauen verboten. Wir wollen an dieser Stelle keine Werbung hierfür machen und warnen eindringlich – nicht nur vor den patrouillierenden Behörden. In der Ruhr gibt es gefährliche Strömungen und vor allem das Springen von Brücken kann lebensgefährlich sein. Wenn man auf das Grillvergnügen an der Ruhr so gar nicht verzichten möchte, ist ein Standgrill das Minimum um Schäden an den Wiesen zu vermeiden. Außerdem ist es sehr nett, wenn alle ihren Müll nach dem Outdoor-Spaß wieder mitnehmen.
 
 

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